In einer Zeit, in der die Bewegung und das aktive Spielen bei Kindern immer weiter in den Hintergrund treten, erlangen vielfältige Bewegungsangebote für die kindliche Entwicklung eine zentrale Bedeutung. Der durch Schule, Fernsehen, Computer- und Handyspiele hervorgerufene Bewegungsmangel kann nach den Befunden zahlreicher Studien mit Grundschulkindern zu Defiziten im motorischen, emotionalen und sozialen Bereich, zu Übergewicht und zu psychosomatischen Beschwerden führen. Nach deraktuellen interkulturellen Vergleichsstudie unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Roth (Sportinstitut der Universität Heidelberg) zur Ausprägung der Allgemeinmotorik belegen bundesdeutsche Kinder und Jugendliche weit abgeschlagen hinter Südafrika, Japan und Brasilien den vorletzten Platz.

Abhilfe schafft das seit 1998 erprobte Konzept der Ballschule Heidelberg, das auf den Forschungsarbeiten von Prof. Dr. Klaus Roth aufbaut. Unter dem Motto „Kinder sind Allrounder und keine verkleinerten Erwachsenen“ bildet die Ballschule sportspielübergreifende Taktik-, Koordinations- und Technik-Kompetenzbausteine für spätere Ballkünstler aus. Die wissenschaftlich abgesicherten Lehrpläne der Ballschule Heidelberg finden mittlerweile bundesweite (Berlin, Darmstadt, Heidelberg, Koblenz, Mannheim, Rhein-Ruhr, Köln, Hamburg, Freiburg, München, Bamberg) und internationale Verbreitung (Brasilien, Japan, Nigeria, Spanien, Ungarn, USA). Gegenwärtig erlernen mehr als 8.000 Kinder in Sportvereinen, Kindergärten, Grundschulen und kommerziellen Sportparks das „ABC des Spielens“.

In Halle an der Saale können schon die kleinsten Ballschüler ab dem 4. Lebensjahr in Kindertagesstätten, Grundschulen und Sportvereinen erste spielerische Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen Bällen und Schlägern in der  Ballschule Heidelberg Zentrum Halle machen. Das Erlernen des „ABC des Spielens“ beginnt mit dem 4. Lebensjahr in den Kindertagesstätten, Grundschulen (1. u. 2. Klasse, Stufe 1) und Sportvereinen. Anschließend ist eine Teilspezialisierung möglich (Stufe 2), die den Einstieg in die großen Sportspiele – Fußball, Handball, Basketball, Volleyball, Hockey, Tennis und Tischtennis – maßgeblich erleichtert (Stufe 3).

Neben motorisch hochbegabten Kindern können auch weniger begabte Kinder von der Ballschule Heidelberg Zentrum Halle profitieren. Motorische Lernfortschritte und Leistungen hängen nach wissenschaftlichen Befunden nicht ausschließlich von der motorischen Begabung ab, sondern Übung und Bewegungsvorerfahrungen können eine niedrigere motorische Begabung durchaus kompensieren.

Abb.: Stufenmodell der Ballschule Zentrum Halle (nach Roth & Kröger, 2011)